00:00:00: Blaue in Opferbose auf Umsturzkurs.
00:00:04: Die Regierung schrammt Haarscharf am Crash vorbei und rettet sich ermattet in den Herbst, die FPÖ rüstete derweil fürs Schlüsselwahljahr twenty-sevenundzwanzig.
00:00:14: Warum Kickel und Co nichts lieber wäre als auch in Oberösterreich Nummer eins zu werden?
00:00:19: Während der Landeshauptmann aber in Schwarzen Händen bleibt erzähle ich in dieser Podcastfolge Auf der Restaurantterrasse vor dem Hotel Grün-Auerhof haben sich die ersten Hausgäste zum Abendessen eingefunden.
00:00:33: An der Rückseite des vier Sternehauses sind Städtische für einen Apparativempfang für rund hundert Menschen aufgestellt.
00:00:41: Nach und nach trudeln am Montag der letzten Juliwoche österreichs Regierungsmitglieder samt Gefolge, lokale Honorationen und Medienleute ein.
00:00:51: Gereicht werden kleine Häppchen sowie Prosecco, Spritzer, Salzburger Bier oder Wasser.
00:00:58: Bürgermeister Andreas Hasen-Öhrl greift zum Mikrofon um die hochrangigen Kollegen persönlich zu begrüßen.
00:01:05: Er bedauert dass er die örtliche Blasmusik nicht zur Begrüßung aufbieten kann.
00:01:10: Diese ist ein paar hundert Meter entfernt unabkömmlich bei einem Dorffest im Einsatz.
00:01:16: Keine Sorge ich werde ihnen aber nicht den Marsch blasen Fags der ÖVP-Mann in Richtung der Politspitzen, die sich Land auf Land ab nach wie vor keiner besonderen Beliebtheit erfreuen.
00:01:28: Im größten Dorf Österreichs scheint die Welt gleich mehrfach in Ordnung!
00:01:33: Die vierzehntausend Seelenkommune Walz-Siedsenheim Unweit der bayerisch-österreichischen Grenze zählt dank mehr Arbeitsplätzen als Einwohnern zu den reichsten Gemeinden Salzburgs.
00:01:45: Mit fünfundfünfzig Prozent verfügt die Kanzlerpartei hier gar noch über eine absolute Mehrheit.
00:01:51: Der Ortschef kratzte bei der Bürgermeisterdirektwahl zuletzt mit vierundsechzig Prozent an der Zweidrittelmarke.
00:01:58: Christian Stokker ist unter den ersten Eintreffenden, der Kanzlerin ist brummig und strahlte schon einmal mehr Gelassenheit aus.
00:02:06: Beate Meinl-Reisinger sind die Strapazen der letzten Tage und Stunden anzusehen.
00:02:11: Sie wirkt abgehetzt und blass.
00:02:13: Andreas Babler scheint es zu genießen, im medialen Schittstorm der letzten Tag selten einmal eine Nebenrolle gespielt zu haben.
00:02:21: In der nahegelegenen Schwarzenbergkaserne stand die Dreierkoalition bis neunzig Minuten vor Beginn der Sommerministerratssitzung spitz auf Knopf.
00:02:30: Die Regierungsregisseure hatten diese Location schon Wochen davor gebucht, um nach einem halben Jahr Wehrdienstverhandlungen im Kreisverkehrmodus mit der Ortswahl den Druck auf ein Ergebnis maximal zu erhöhen.
00:02:44: Verhandelt wurde noch am Eröffnungswochenende der Salzburger Festspiele.
00:02:48: direkt vor Ort – bis Montag, halb drei Uhr, versuchten die türkisroten Regierungskoordinatoren vergeblich die Pinken ins Boot zu holen!
00:02:57: Die Neos bewegten sich nur millimeterweise auf einem Terrain, das Partei intern zu einem Minenfeld geworden war.
00:03:04: Das pinke Urgestein und Vizeklub-Chef Nikolaus Scherag war wild entschlossen aus der Partei auszutreten, sollte mit dem Wehrdienst auch der Zivildienst ohne Wenn und Aber verlängert
00:03:15: werden.".
00:03:17: Es drohte ein pinkes Knittelfeld berichten mehrere Verhandlungsteilnehmer, sprich die beiden größeren Regierungsparteien fürchteten dass sich die NEOS wie eins die FBÖ im Jahr zwei tausendzwei in zwei Flügelspalten und Scherach samt weiteren NEOS-Mandataren.
00:03:35: Die von Anfang an mit der Dreierkollektion haderten in Dauer Opposition geht.
00:03:40: Neuwahlen wären dann trotz der desaströsen Umfragelage über kurz oder lang unausweichlich.
00:03:46: Für vierzehn Uhr war der Sommerministerat angesetzt, für sechzehn uhr die Leifübertragung der Pressekonferenz der Regierung spitzen.
00:03:54: Erst neunzig Minuten davor einigten sich Stokker, Babler und Meinalreisinger per Handschlag auf einen Kompromiss, der nur aus der Binnenlogik verständlich ist.
00:04:04: Die SPÖ konnte Salzburg mit der Botschaft für den Genoss innen verlassen eine Verlängerung des Wehrdienstes auf zehn Monate verhindert zu haben.
00:04:13: Die Pinkenfundis können sich auf die Fahnen heften, das Wehrdienst und Zivildienst mit neun Monaten gleichziehen.
00:04:21: Die bis zuletzt von der Heeresministerin als unausweichlich propagierte Verlängerung des Wehersatzdienstes soll fürs Erste freiwillig bleiben.
00:04:30: Dazwischen blieb die ÖVP, deren Parteichef noch vor einem halben Jahr damit gedroht hat, Widerspenstige im eigenen Kabinett per Volksbefragung zu overruhlen Kompromiss mit der Parole zu retten sucht.
00:04:44: Zitat, das ist das erste Mal dass bei einer Veränderung des Wehrdienstes die Verteidigungsfähigkeit des Landes verbessert wird.
00:04:53: Um zumindest die Front gegen Sperrfeuer aus dem Militär abzudichten, griffen die Kanzlerberater zu einem geschickten PR-Move Das Ergebnis des Zehenringens gemeinsam mit dem Chef der Wehrdinstreform Kommission und Reifeisen Spitzenfunktionär Erwin Hameseder zu präsentieren.
00:05:12: Die Kommission hatte für ihr an der Koalitionsrealität zerschältes Wunschmodell, zehn Monate Rekrutenausbildung, zwölf Monate Zivildienst – zwar bis zuletzt mit Zähnen und Klauen gekämpft.
00:05:25: Im Zweifel ist er Erwin aber nicht nur Generalleutnant des Bundesheers sondern auch Parteisoldat so ein ÖFB-Spitzenmann.
00:05:32: Damit die Regierungskompromiss auch die notwendige zwei Drittel Mehrheit im Parlament bekommt braucht es entweder die Stimmen der Grünen oder jene der Blauen.
00:05:42: Im Regierungsviertel setzten einige Spitzenleute auf Bundespräsident Alexander van der Bellen.
00:05:47: Dieser war auch am Rande der Festspieleröffnung bereits als Mittler zwischen den widerstrebenen Regierungsparteien aktiv.
00:05:54: Nun soll er den Kompromiss auch seinen Freunden bei den Grünen schmackhaft machen, von dem Blauen wird in den kommenden Wochen und Monaten ein noch schärferer Gegenwind erwartet!
00:06:05: Auch wenn sich die Kickeltruppe vom Billner-Zack-Ausschuss weit aus mehr erhofft hatte, wird sie im Herbst versuchen mit der Ladung von aktiven und ehemaligen Politikern noch einmal Gas zu geben.
00:06:17: Zu vorderst in den ÖVP Bundesländern – weitaus mehr gefürchtet wird der Corona-Untersuchungsausschuss, den die FPÖ als Nächsten initiieren will.
00:06:26: Dieser wird damit in seine heiße Phase kommen.
00:06:31: Die FPÖ-Strategien erwarten dadurch zusätzlichen Rückenwind für die two-tausend-siebenundzwanzig in Tirol und den Oberösterreich anstehenden Landtagswahlen sowie zwei tausend achtundzwantig in Kernten, Niederösterreich und Salzburg.
00:06:46: Die Reizworte Impfzwang und Corona Terror ziehen am Land nach wie vor – resümiert ein langjähriger ÖVP-Landespolitiker ernüchtert.
00:06:55: In vier der fünf Bundesländer, wo in den nächsten beiden Jahren Landtagswahlen anstehen hat die FPÖ in Umfragen die Nase klar vorne – Kärnten und Oberösterreich oder liegt Kopf an Kopf, Tirol und Salzburg.
00:07:11: Bei der spätestens in einem Jahr fälligen Schlüsselwahl in Oberösterreich setzt die ÖVP vom Kanzler abwärts nach wie vor aber unverdrossen auf die besseren Persönlichkeitswerte des aktuellen Amtsinhabers ÖVP-Landeshauptmann.
00:07:26: Thomas Stelzer schneidet im Vergleich zu seinem FPÖ-Herausforderer Manfred Heimbuchner aufgrund des Amtsbonus noch eindeutig besser ab.
00:07:36: Geht die FPÖ aber wie in den Umfragen tatsächlich erstmals in der Geschichte des ÖVP-Kernlandes, als Nummer eins durchs Ziel, setzen die FPö-Strategien rund um Herbert Kickel auf folgendes Szenario.
00:07:51: Die ÖVSP werde Manfred Heimbuchner nicht zum Landeshauptmann machen – die SPÖ sei dafür voraussichtlich zu schwach selbst wenn Neoparteischef Martin Winkler unerwarteterweise für diesen Tabubruch zu haben wäre!
00:08:05: Ich rechne damit, dass es dann zu einer Dreierkoalition Schwarz-Rotgrün kommt", sagt ein hochrangiger FPÖ Mann.
00:08:13: In der oberösterreichischen ÖVP gibt es zwar einen starken industrienahen Flügel, die eine Koalition mit blauen Stark präferiert – zugleich ist aber seit dem Machtwechsel von Schwarz zu Blau in der Steiermark das Trauma der Steuerer auch in Oberösterreich für viele Schwarze ein Fanal so ein ÖVPsider!
00:08:33: Er meint zudem, in der Steiermark ist mit dem Wechsel zu Mario Kunasek die Chance auf die Wiedereroberung des Landeshauptmanns für die ÖVP für viele Jahre wenn nicht Jahrzehnte tot.
00:08:45: Aus Sicht der Kickelstrategien is ein Beharnen der ÖVB auf dem Landeshauptmannssessel auch als Nummer zwei in Oberösterreich alles andere als ein Beinbruch Sollte sich Ähnliches in anderen Bundesländern, wo demnächst Wahlen anstehen und wiederholen, wäre das für uns ein Volksfest auf dem Weg zum Volkskanzler.
00:09:04: So ein Kickelmann!
00:09:06: Denn innerhalb der ÖVP ordnet der FPÖ-Spitzenmann auch bei den Parlamentsabgeordneten eine zunehmende Aufweichung der von Christian Stocker ausgegebenen Antikikelparolen.
00:09:17: Ein Drittel ist weiter ohne Vorbehalte für eine Zusammenarbeit mit der FPÜ ansprechbar Aber abwartend, ein Drittel gibt sich in dieser Frage neutral.
00:09:26: Nur ein Drittel hält sich strikt an die Parteidoktrin – nie wieder mit Kickel!
00:09:32: Das war's mit meiner Kolumne.
00:09:34: bis zum nächsten Mal.