00:00:00: Stockers Befreiungsschlag.
00:00:03: Mit dem Rücktritt von Nico Marchetti sucht ÖVP-Chef Christian Stocker auch sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen, wie mächtige ÖVB Bundesländer die Demission des glücklosen ÖVPs Generalsekretärs erzwangen – was hinter der Kühe von Markus Gstöttner steckt und was vom Exkursmann politisch zu erwarten ist erzähle ich Ihnen in dieser Podcastfolge.
00:00:24: Es war Dienstag und Tag zwei das vorsommerlichen Sitzungsmarathon diese Woche im Nationalrat.
00:00:31: Auf der Tagesordnung stand gerade Punkt neun, der mit fünfundzwanzig Verhandlungsgegenständen vollgestopften Tagesordnung.
00:00:39: Verhandelt wurde ein reiner Formallakt, der Sitzungstage wie diesen ohne jede praktische Folge in die Länge zieht und schon innerhalb des Hohen Hauses auf sehr beschränkte Aufmerksamkeit stößt.
00:00:51: Dementsprechend ist auch die Präsenz- und Aufmerksamkeit im Plenarsaal – weil gerade eine Abstimmung über die Bühne gegangen war, war das Saal noch fast voll!
00:01:01: Die meisten bekamen somit, dass es nun um eine FPÖ-Gesetzesinitiative mit dem Motto gehen soll – Schluss der Genderideologie in den Schulen.
00:01:10: Sukkus des Blauen Begehrens Das Parlament solle gegen das Gendern in Lehrbüchern und im Schulunterricht mobil machen.
00:01:19: Denn, so der Wort laut Schulbücher die gegenschändert geschrieben sind erschweren vor allem Kindern Mit Lernschwierigkeiten das schnelle Erfassen von Sinn und Inhalt.
00:01:30: Das würde auch auf Noten und Schulerfolg negativ durchschlagen.
00:01:33: Die Anti-Gender-Initiative nahm den Weg vieler blauer Politkampagnen, mit denen die FPÖ via Parlament zu vorderst öffentliche Aufmerksamkeit und Wirbel erzeugen will – wohlwissend und damit auch propagandistisch kalkulierend dass sie dafür keine Mehrheit finden wird!
00:01:53: Als die blaue Familiensprecherin Riccarda Berger gerade ansetzte, um noch einmal gegen Gendersternchen und Bindestriche als Gefahr für ein gutes Schulzeugnis zu wettern, griffen die Anwesenden ÖVP-Mandatare einer nach dem anderen wie auf Kommando zu ihren Handys.
00:02:10: Denn in internen Gruppenchats ihrer Signalaccounts poppte kurz vor zwei Uhr Nachmittags eine Meldung an alle ÖVPs Mandatare auf die alle in der Sekunde aus der gerade besonders ermüdenden Parlamentsroutine weckte.
00:02:25: Liebe Klubmitglieder, hieß es da – an beide Informationen zu den personellen Veränderungen in der österreichischen Volkspartei.
00:02:34: Es gibt mit Sommerbeginn personelle Veränderung.
00:02:38: Nico Marchetti legt mit Ende Juli seine Funktion als Generalsekretär der Volkspartei zurück.
00:02:45: Garniert war die Breaking News-Chat Nachricht mit einer Dankadresse von ÖVMP-Chef Christian Stocker an seinen entscheidenden Parteigeneralsekretär sowie fünf Setzen Nikomarkettis, in denen dieser seinen Rücktritt begründete.
00:03:01: Kernsatz Mir liegt die feine Klinge mehr als der Behänder.
00:03:07: Für ÖVP-Spitzenfunktionäre vor allem in den Bundesländern war allein der Zeitpunkt der Demission überraschend dass die Tage von Nico Marchetti als oberster Parteimanager eineinhalb Jahre nach Dienstantritt gezählt waren, daran hatten in den letzten Monaten immer mehr Parteimanagerkollegen in den Bundesländern gearbeitet.
00:03:26: ÖVOP-Chef und Marchetti Vorgänger Christian Stocker hatte seine Erfindung als Nachfolger bis zuletzt Eisern verteidigt und zeigte null Animo nach einem neuen Clubchef nun auch nach einen neuen Parteimanage suchen zu müssen.
00:03:41: Dass Marquetti nicht mehr zu halten ist, wurde Christian Stocker freilich vergangenen Freitag schlagartig und endgültig klar.
00:03:49: Bei einer Aussprache mit dem niederösterreichischen ÖVP-Landesparteivorstand hagelte es derart Kritik das Stocker sich entschied die Reißleine zu ziehen.
00:03:59: hielte er weiter zu Marquetti, wäre er bald selber in die Schusslinie gekommen.
00:04:04: Der bereits seit Monaten nicht nur aus Niederösterreich immer lauter erhobene Hauptverwurf an den bald ehemaligen Generalsekretär der Formal mit Ende Juli abgeht.
00:04:14: Aus der Bundespartei kommen viel zu wenig politische Initiativen und wenn dann oft die Falschen – sagt ein prominenter schwarzer Bundesländer-Spitzenmann und meint außerdem «Marquetti war ein Meister der Themenverfehlung».
00:04:28: Der Bildungs- und Mediensprecher im ÖVP-Parlamentsklub habe sich auch in seiner Funktion als Generalsekretär in seinem öffentlichen Auftreten meist auf diese beiden Themenfelder beschränkt.
00:04:40: Als er sich – und damit auch uns rund um die Wahl des ORF-Chefs ins Abseits geschossen hat, war der Unmut in den Bundesländern nicht mehr zu halten, so der Partei Insider Gemeint war ein laut dem ÖVP-Insider unterirdischer Satz in einem Presseinterview, mit dem der ÖVPD Mediensprecher den ohnehin als Regierungskandidaten geltenden nunmehrigen ORF-Chef Clemens Pick mit Brief und Siegel – als ÖVOP Wunschmann – ponzierte.
00:05:08: Ich würde mich freuen wenn sich Clemens pick bewirbt!
00:05:12: Der reichlich missglückte Sager wurde parteiintern also nun für jedermann sichtbares Alarmzeichen einer Fehlbesetzung gesehen In den ÖVP-Büros in der Wiener Lichtenfelsgasse brodelte es zudem unter den Mitarbeitern bereits seit Monaten.
00:05:27: Der ÖVFP Marketing und Kampagnenleiter Patrick Fassekasch hatte schon Mitte März das Handtuch geworfen, er komme mit der Zitat Blutlehre in der ÖVPD-Zentrale nicht mehr zu Recht, ließ er im kleinen Kreis wissen – Mit Blutlehr meinte er nicht nur mangelndes Feuer und Begeisterungsfähigkeit beim ÖVMP General
00:05:47: selbst.".
00:05:48: Dieser sei auch bei Wünschen nach einem bohrentierteren Außenauftritt der Partei immer auf der Bremse gestanden.
00:05:55: Viel Energie wandte Marquette in den letzten Monaten hingegen dafür auf, die Parteiarbeit per Fragebogen und Brainstorming einer ausgiebigen Nabelschau zu unterziehen – so seine Kritiker!
00:06:07: Als nach dem Marketingchef auch dessen Stellvertreter und schlussendlich auch die interimistische Kampagnenleiterin innerhalb kürzester Zeit den Hut nahmen, war in den Bundesländer-Parteizentralen Feuer am Dach.
00:06:20: Dass es dann auch keine erkennbaren Initiativen Marketis gab – diese vakanten Schlüsselpositionen rasch nachzubesetzen – war nur noch der Tupfen auf dem E, sagt ein
00:06:29: Bundesländernparteimenager.".
00:06:31: Marquettes Nachfolger Markus Gstöttner startet zu am ersten August nicht nur mit dem Bundesländer Wunsch nach einem radikalen Neustart im Parteimarketing, sondern auch mit sehr hohen Erwartungen.
00:06:44: Wir müssen bundesweit endlich wieder Wirtschaftskompetenz ausstrahlen – so ein ÖVP-Landeswerbeschef!
00:06:51: Nicht nur er setzt vor allem darauf, dass Stöttner als ehemaliger McKinsey Manager und Kurzzeitunternehmer mit Schwerpunkt Start-up Finanzierung ausreichend Stallgeruch und Knowhow mitbringe.
00:07:04: Politische Erfahrung hat der in kürze vierzigjährige als leitender Mitarbeiter in den Kanzlerkabinetten von Sebastian Kurz, Alexander Schallenberg und Karl Nehammer gesammelt.
00:07:15: Stöttner ist extrem fleißig und bei der Arbeit sehr fokussiert, sagen ehemalige Kollegen im Regierungsviertel.
00:07:23: Einer, der ihn bei der gemeinsamen Arbeit im Team von Sebastian Kurz näher kennenlernte merkt zudem an – er hätte auch in der Wirtschaft weiter seinen Weg gemacht.
00:07:33: Dass er den Job des Generalsekretärs in einer Situation übernimmt die schwierig ist zeigt für mich dass es ihm um die Sache geht.
00:07:42: Politisch wird Kstöttner von ihm nahestehenden Parteifreunden als Wirtschaftsliberaler beschrieben, der Mitte rechts blinkt.
00:07:49: Als Zitat gläubiger Katholik habe er aber mit Zitat menschenverachtenen Parolen wie Remigration nichts am Hut.
00:07:59: Er gilt als spät berufener Türkeeser.
00:08:02: Kstötter heuerte auf eigenen dringenden Wunsch kurz nach Start vom türkisblau-als wirtschaftsberater im Team von Sebastian Kurz an.
00:08:11: Er arbeitete sich als sein Redenschreiber aber erst langsam sein Vertrauen.
00:08:16: Zum innersten Kreis gehörte Kstöttner bis zum Abgang von Kurznie.
00:08:21: Unter dessen Nachfolger Karl Nehammer stieg er zum Kabinettschef auf, kehrte aber nach einem Jahr dem Ballhausplatz den Rücken.
00:08:29: der intellektuelle Tür-Kiese sei weder mit Nehamas unsicher schlingenden Politkurs zwischen Arbeitnehmer und Wirtschaftsflügel noch mit dessen Stil zurechtgekommen, sagen teilnehmende Beobachter.
00:08:43: Bis auf kurz – Der Partut keinen Fischmark waren in seiner Zeit am Ballhausplatz zum Büro, Lunch, Sushi & Red Bull am Wog Und der Nehammer dominierten im Kanzleramt schon zu Mittag Bier und Leberkäse semmeln.
00:08:58: Gestöttner ist nach ÖVP-Politikberater Stefan Steiner und ÖVB-Kommunikationscoach Gerald Fleischmann, der dritte prominente Kurzmitarbeiter den sich Stokker nun in sein Kernteam holt.
00:09:10: Zugleich ist er aber jener, der vergleichsweise am wenigsten eng mit kurz war.
00:09:15: Gestöttners Bestellung zum Generalsekretär ist für mich kein Zugeständnis an die Kurzpartie", sagt ein ÖVPD-Inteamkenner.
00:09:23: Er meint zudem Die Personaldäcke der ÖVOP ist einfach dünn und der letzte, der noch viele neue Leute für die ÖVP angezogen hat war eben Kurz.
00:09:33: So hatte auch Christian Stocker Nolens Wohlens im Personalteich der Kurzpartie gefischt als er Markus Gstöttner als sogenannte Sonderbeauftragten für die Reformpartnerschaft engagierte.
00:09:45: Dieser sollte ab Anfang des Jahres zu Retten versuchen was noch zu rettenschienen Das kurz nach Regierungsstart- drohte rund um den Jahreswechsel im Durch- und Nebeneinander von dutzenden Arbeitskreisen zu stranden.
00:10:02: Stocker rechnet es Stöttner folglich hoch an, dass die Regierung bei der vom Kanzler ausgerufenen Reformpartnerschaft zwischen Bilanz am ersten Juli nicht mit totalen leeren Händen darstand.
00:10:14: Der Markus hat sich damit das vertrauen Stockers endgültige erarbeitet, sagt ein Kanzlerkennner.
00:10:20: Erfahrungen an der unmittelbaren Politikfront hat der neue Generalsekretär in den letzten fünf Jahren als Wiener ÖVP-Gemeinderat gesammelt.
00:10:30: Ein abgelegenes Exerzierfeld, das sich Mangels Herausforderung nicht als Eichmaß des Rüstzeugs für dem politischen Härtetest eignet – was aber belastbar überliefert ist!
00:10:41: Weder bei Parteifreunden, noch politischen Gegnern.
00:10:44: viel gestöten er durch besonders populistische Parolen aus dem türkisen Fundus oder gar untergriffige Wortmeldungen auf.
00:10:52: Gemeinderats-Kollegen haben vielmehr seine Abschiedsrede als für einen türkiesen eher unerwarteten Appell an das Miteinander und den Kompromiss in Erinnerung.
00:11:03: Markus Gstöttner verabschiedete sich im Wiener Rathaus, auch dezidiert nur vorläufig.
00:11:08: Im April twenty-fünfundzwanzig mit diesen Sätzen aus der Politik.
00:11:12: Ich bin selbst kein großer Raucher aber ich habe schon viele Leute nach den härtesten Debatten hier herinnen da draußen freundlich einen Chickrauchen gesehen.
00:11:22: Ich sehe das als sehr positives Signal!
00:11:25: Ich habe es immer wieder erleben dürfen dass Leute kommen zueinander oder auch zu mir und sagen ich fand das richtig Auch wenn ich sozusagen parteipolitisch ganz woanders stehe, es heißt ja bekanntlich man sieht sich immer zweimal.
00:11:40: Bis dahin danke sehr!
00:11:42: Das war's mit meiner Kolumne.
00:11:44: bis zum nächsten Mal.