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00:00:00: ORF fahrt ins Blaue, neue Köpfe nach altem Proportsmuster.

00:00:06: Die ORF-Reform lässt auf sich warten, warum Vertreter in mehreren Parteien der Robbintern Alarm schlagen und wie diese den ORF gegen eine Art feindliche Übernahme durch die FPÖ absichern wollen", erzähle ich in diesem Podcast.

00:00:22: Es sind Tage und Wochen des Tarnens und Täuschens, der Hinterzimmergespräche.

00:00:28: Am Donnerstag kommender Woche, dem achtundzwanzigsten Mai endet die offizielle Bewerbungsfrist für die Spitze des ORF.

00:00:38: Zwei Wochen später stimmt der Stiftungsrat darüber ab, wer für den nächsten fünf Jahre als Alleingeschäftsführer im größten heimischen Medienunternehmen das Sagen hat.

00:00:49: Eines haben so gut wie alle derzeit kursierenden Namenslisten gemeinsam!

00:00:54: Der nächste ORF-Chef hat Tiroler Wurzeln und bisher nie im ORF gearbeitet.

00:01:01: Als langjähriger Geschäftsführer der Austria-Presseagentur erwarb sich der einundfünfzigjährige Clemens Pick in den letzten beiden Jahrzehnten nicht nur den Ruf eines Medienprofis, sondern auch eines Innovationsmotors in Sachen Digitalisierung.

00:01:17: Auf der Agenda des Stiftungsrats am elften Juni steht allein die Kühe des Nachfolgers von Roland Weißmann, der skandalumwittert vorzeitig das Handtuch werfen musste.

00:01:27: In der österreichischen Realverfassung wird dieser Tage aber auch das Personalpaket der restlichen ORF-Führungsspitze vom Programmdirektor über den Finanzchef bis hin zum Verantwortlichen für die ORF Radios final geschnürt, dass formal erst ein paar Wochen danach im Stiftungsrat zur Abstimmung ansteht.

00:01:48: Derzeit gibt es noch weitaus mehr Favoriten als Jobs.

00:01:51: Offen war bis zuletzt auch, ob Clemens Pick wie seine Vorgänger Weißmann und Alexander Wrabetz zugleich auch als ORF-Infoschef fungieren wird – und damit zudem die aus Sicht der heimischen Politik wichtigste Steuerungsfunktion der Nachrichtensendungen und Diskussionsformate einnimmt.

00:02:11: Stiftungsratsvorsitzender und SPÖ-Freundeskreisleiter Heinz Lederer will diese Zuständigkeit künftig in den Händen eines SPÖ Vertrauensmanns wissen.

00:02:21: Top Favorit dafür ist der derzeitige Direktor des Landesstudios Wien, Edgar Weinzettel.

00:02:27: Ein ORF-Profi mit gutem Draht ins Wiener Rathaus.

00:02:31: Clemens Pick soll im Gegenzug dafür die Agenten in Sachen Digitalisierung erhalten.

00:02:36: Neuer als künftiger ORF Finanzchefin ins neime Dropping Spiel kommt dieser Tage.

00:02:42: Österreichs bisherige Repräsentantin im Europäischen Rechnungshof Helga Berger Die ehemalige Büroleiterin von FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Ries ist inzwischen auch bei den Schwarz-Türkisen gut verankert.

00:02:56: ÖVP-Finanzminister Hansjörg Schelling hatte sie im Jahr zum Budgetsektionsleiteren gemacht.

00:03:03: In dem Jahr war es für sechs Jahre als Österreichs Vertreterin in den EU-Rechnungshof.

00:03:09: Das Vorschlagsrecht für den Topjob in Luxemburg wurde im Regierungspakt den NEOS zugesprochen.

00:03:16: Bei einem pink internen Hearing für die fällige Neubestellung wurde Berger nur dritte.

00:03:22: Das EU-Rechnungshofticket ging an den Ex-Neos abgeordneten Gerald Loacker.

00:03:28: Die ÖVP nickte die Personale zwei Ministerrat jüngst ab, ritt aber im Gefolge desfalls Wöginger gegen den Zitat Pinken Postenschacher aus und propagierten um postwendend Helga Berger als Aß für den ORF.

00:03:44: Jemand mit Rechnungshoferfahrung würde dem ORF in Skandalzeiten wie diesen nach Innen und nach Außen sehr gut tun, so ein ÖVP-Strategie.

00:03:54: Einen ähnlichen Slogan gibt die ÖVOP inzwischen auch hochoffiziell für Clemens Pick aus.

00:04:00: Jemand von außen an der ORF-Spitze – wie der bisherige Abbauschef würde dem Unternehmen «sehr gut» tun ließ ÖVB-Generalsekretär Nico Marchetti jüngst in der Presse am Sonntag wissen.

00:04:13: Wer immer am Ende im künftigen ORF-Führungsteam das Rennen macht, geht an Bord eines Unternehmens dessen künftig Finanzlage und genereller Kurs erst in den kommenden Monaten von der Politik neu bestimmt und wohl erst Monate nach Amtsantritt endgültig feststehen werden.

00:04:31: Das heimische Info- und Unterhaltungsflagschiff, das bislang mit Einnahmen von etwas mehr als einer Milliarde kalkulieren konnte, steht von mehreren Seiten unter gewaltigem Druck.

00:04:44: Wenn alle derzeit kursierenden Begehrlichkeiten tatsächlich wahr werden, könnte der ORF Finanzrahmen auf Sicht auf fünfhundert Millionen halbiert werden – sagt ein Intimkenner der ORf und der

00:04:57: Politiksszene.".

00:04:58: Die Schlachtplatte für den ORF ist angerichtet, analysiert ein anderer.

00:05:04: In der FPÖ werden zudem bereits seit Wochen die Weichen für einen Anti-ORF Volksbegehren gestellt.

00:05:11: Da jetzt wieder gepackelt wird wie in alten Zeiten und einige danach einige mehr offene Rechnungen haben werden, wird der ORF dafür selber noch reichlich Munition liefern", sagt ein teilnehmender Beobachter.

00:05:24: Die Freiheitlichen machen schon länger mit dem Slogan Grundfunk für einen finanziell, personell und sendermäßig radikal abgespeckten ORF-Mobil.

00:05:34: Wenn es nach dem früheren ÖVP-Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka geht, dann soll die Regierung den Blauen hier vorzeitig Wind aus den Segeln nehmen.

00:05:43: Sobotkar propagiert als neuer Leiter der politischen Akademie der ÖVMP, Campus Tivoli hört, einen Plan für einen dreihundertfünfzig Millionen Euro schweren sogenannten das Medienleistungsfonds für die darbende Medienbranche abseits des ORF.

00:06:02: Dieser Fonds so der ÖVP-Plan soll anstelle der skandalumwitterten Inseratenvergabe die verlustreiche Transformation der Printmedien ins digitale Zeitalter besser abfedern.

00:06:15: Die dreihundertfünftig Millionen wird sicher nicht der Finanzminister spendieren sagt ein SPÖ Insider und meint weiter, dieser Betrag entspricht der Hälfte der Einnahmen aus der ORF-Haushaltsabgabe und soll offenbar Richtung Printmedien umgeleitet werden.

00:06:32: Nicht nur in der ÖVP schütteln hinter den Kulissen ob diese Startaufstellung vor allem ehemalige Granden den Kopf die einen Wettrennen zwischen Blau und Schwarz Richtung Grundfunk und ORF blutbart entschieden Missbilligen.

00:06:47: Sie suchten den aktuellen Parteispitzen vom Kanzler abwärts, unmittelbar nach der Skandalwelle um Weißmann und Co.

00:06:54: nahezubringen die Zügel für einen radikalen Umbau des ORF selber in die Hand zu nehmen.

00:07:01: Ihr Wunschscenario statt die Kühe der ORF-Spitze von Herbst auf Juni vorzuverlegen wäre es vielmehr geboten, zuerst einen radikalern Neuerungsprozess des ORf zu starten Beginnend mit dem Umbau des Monster Gremiums aus fünfunddreißig Stiftungsräten zu einem in der Wirtschaft üblichen, maximal zwölfköpfigen Aufsichtsrat dessen Bestellungssolle begleitet von Headhuntern und den Profis in der Startholding-Überg gemanagt werden.

00:07:32: Einer der ersten Jobs dieses ORF-Aufsichtsrats.

00:07:36: Ohne den Markel von parteipolitisch aufgeteilten Freundeskreisen wäre dann die Kühe einer ORF-Führung nach bewährten Wirtschaftsspielregeln für ein Milliardenunternehmen, sprich die Bestellung eines mehrköpfigen ORF Vorstands mit klaren Verantwortungsbereichen.

00:07:54: Im jetzigen aus der Zeit gefallenen Modell eines ORF-Aleingeschäftsführers, dem Direktoren beigestellt werden, haben diese rein rechtlich den Status von weisungsgebundenen Abteilungsleitern.

00:08:07: Das wäre auch die letzte Chance, den ORF krisensicher gegen eine feindliche FPÖ Übernahme zu machen, sagt ein Ex-Spitzenmann im

00:08:16: Regierungsviertel.".

00:08:17: Nach der kommenden Landtagswahlrunde, im Jahr- und Jahrzehntag, könnte nach der Steiermark mit Kärnten und Oberösterreich der FPÖ nicht nur die Führungsrolle in zwei weiteren Bundesländern samt entsprechenden Enzenderechten in den ORF Stiftungsrat zufallen.

00:08:37: Gehen die Blauen – wie alle Umfragen – Indizieren bei der Nationalratswahl neuerlich und stärker denn je als Nummer eins durchs Ziel?

00:08:45: werden sie endgültig auch zum Königsmacher im ORF.

00:08:49: Den ORF zuerst neu aufzustellen und erst dann die Weißmann Nachfolge zu regeln, ist Träumerei, sagt ein maßgeblicher aktueller ORF-Stripenzier und meint außerdem – bei einer Firma, die so ins Trudeln geraten ist muss ein Führungswechsel sehr schnell

00:09:07: gehen.".

00:09:09: Was danach in Sachen ORF Reform tatsächlich kommt, ist für Insider aller Lager freilich vollkommen offen und soll auf der Agenda eines Medienkonvents stehen, der nach der Bestellung der neuen ORF-Spitze Mitte September starten soll.

00:09:24: Vom Jüngst von Andreas Babler ausgerufenen Deckel für ORF Gaggen bis zum Tau ziehen um eine Neuverteilung der ORF gebühren.

00:09:33: Ein teilnehmender Beobachter resümiert ernüchtert Wer immer in den kommenden Wochen eine Führungsfunktion im ORF übernimmt, weiß nicht wie viele am Ende wirklich verdient und vor allem nicht unter welchen Arbeitsbedingungen sowie Strukturen er twenty-sevenundzwanzig tatsächlich startet.

00:09:52: Im normalen Wirtschaftsleben würde sich das kein Manager, den ich kenne antun.

00:09:58: Das war's mit meiner Kolumne.

00:10:00: bis zum nächsten Mal.

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von und mit trend.Redaktion

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