00:00:00: Für Kurz gilt Plan B wie Brüssel.
00:00:03: Zum Jahrestag von Türkees Rot-Pink, Ortenkenner von Sebastian Kurz nach dem abgeblasenen Kammbeck als nähermer Nachfolger eine neue Strategie des jüngsten Altkanzlers.
00:00:15: Das Projekt Ballhausplatz war gestern.
00:00:18: Ab sofort gilt das Projekt Berlemont.
00:00:22: Christian Stocker nutzt der jüngst halbwegs feste Terrain für eine Generalprobe.
00:00:27: Immer wenn sich der Nationalrat einmal im Monat zu einer Plenarsitzung trifft, reisen die Abgeordneten am Vortag zu einer Sitzung der jeweiligen Fraktion an.
00:00:37: In der Regel ist das eine eher trockene Angelegenheit bestimmt von der Tagesordnung der Parlamentssitzung.
00:00:43: Der Parteichef und Kanzler nimmt meist nur dann Teil, wenn internes Ungemach droht oder er etwas loswerden will.
00:00:51: Stockers Auftritt am Dienstagnachmittag der letzten Februarwoche sorgte auch noch am nächsten Tag für Gesprächsstoff.
00:00:57: Der Bundeskanzler habe eine eindrucksvolle Rede hingelegt, ließen auch langgediente Mandatare wissen.
00:01:04: Bei seinem gut viertelstündigen Auftritt suchte der ÖVP-Chef mit jüngsten Zahlen eine Botschaft zu belegen, die in den Tagen danach Stokker und Co.
00:01:14: Landauf und Landab zu Trommeln begannen.
00:01:17: Die Trendwende ist eingeleitet – die vom Regierungschef vergangenen Spätsommer für zwei Tausendsechsundzwanzig ausgegebene Wunschformel Zwei Eins Null nehme schon bald nach Jahresbeginn Konturen an.
00:01:29: Das Wunschziel, die Inflation auf zwei Prozent zu drücken sei bereits kurz nach dem Jahreswechsel absehbar.
00:01:36: Die Preissteigerungsrate hat sich für Jänner in der Tat erstmals bei zwei Prozent eingependelt – auch das bescheidene Wunschtziel von einem Prozentwirtschaftswachstum sei in Reichweite und bei der Nulltoleranz für illegale Migration habe der Innenminister in Sachen Rückführungen Vulgo-Abschiebungen schon länger viel
00:01:56: vorzuweisen.".
00:01:57: Die Lobrede von Stokker sollte nach der unfallfreien Generalprobe im türkisen Club ins Repertoire gehen und bald vielfach mit verteilten Rollen geboten werden.
00:02:07: Schließlich beginnt dieser Tage Türkis Rot-Pink seinen ersten Geburtstag, auch wenn Stokkers Babler und Meinl Reisinger in den vergangenen Tagen mit einem leicht adaptierten Skript den massiven Kriegslärm aus dem mittleren Osten zu über Tönen suchten.
00:02:23: Die Bomben und Raketen, die ab letzten Samstag über den Palästen der Muller Herrscher in Tehera niedergingen verhagelten auch die geplante Selbstfeiertage von Türkees Rotping nachhaltig.
00:02:36: Weltweit fürchten nun Regierung ob der vielen Verwerfungen bei Ölimporten- und Lieferketten einen neuerlichen Einbruch beim Wirtschaftswachstum.
00:02:48: Die beiden Oppositionsparteien suchten schon im Vorfeld, die Jubeltage nach Kräften zu konterkarieren.
00:03:18: Ein grüner Parlamentsantrag auf Einführung des roten Erbschaftssteuermodells sollte Babler und Co.
00:03:24: als unglaubwürdig vorführen.
00:03:27: Nun werden die derzeit noch unabsehbaren Folgen des aufflackernen erstmaligen Vielfrontenkrieges im mittleren Osten zu einem zusätzlichen Stresstest für die Österreichs erste Dreierkoalition.
00:03:40: Ein hochrangiger FPÖ-Mann ist sich dennoch sicher, Diese Regierung bleibt fünf Jahre zusammen, damit sie uns weiter verhindern.
00:03:49: Derzeit spricht in der Tat so gut wie alles dafür, dass das ungleiche Trio trotz innerer unauflösbarer Widersprüche und zunehmend auch sichtbarer Differenzen nohlenswohlends zusammenbleibt – nicht zuletzt weil ein vorzeitiges Ende der Koalition im Falle von Christian Stocker und Andreas Babler sicher auch deren vorzeitiges Aus-in-der-Spitzenpolitik
00:04:11: heißt.".
00:04:12: An eine Fortsetzung des Dreibunds nach der nächsten Wahl glauben nicht einmal die gutgläubigsten Autoren der türkis-rot-pingten Geburtstagslobreden.
00:04:21: Auch wenn bis zum nächsten Wahlgang noch einige Jahre ins Land ziehen, zumindest einer rüstet sich schon für den Tag X. Sebastian Kurz hat sein heftiges Verlangen nach einem Comeback nicht aufgegeben.
00:04:33: Anfang vergangenen Jahres war er neun und dreißigjährige mit einem Fuß schon zurück am Ballhausplatz.
00:04:39: Nachdem Beate Meinl Reisinger den ersten Anlauf zu Tokis Rot-Pink über Nacht hatte platzen lassen und Karl Nehammer umgehend als Parteichef und Kanzler resignierte, machten kurz und allen voran ÖVP-Granden wie Johanna Mikkel Leitner für dessen Wiedereinzug ins Kanzlaramtmobil.
00:04:58: Da aber von einigen ÖVB-Mächtigen scheinbar zu wenig Zuspruch oder Gaskepsis aufkam, blies kurz das Projekt wieder blitzartig ab!
00:05:08: Ohne roten Teppich und Jubelfahren fahren, macht es der Sebastian nicht mehr.
00:05:12: Äzt ein schwarzer Kurz-Skeptiker!
00:05:15: Immermehr Kurzkenner und ÖVP Insider glauben nun eine vollkommene Neufassung seines Comeback-Drehbuches zu erkennen.
00:05:23: Der einst umjubelte ÖVPs Superstar sei entschlossen die Niederungen der heimischen Parteipolitik weitgehend hinter sich zu lassen – und sehe seine politische Zukunft nun
00:05:33: anderswo.".
00:05:34: Die innere Absage an das Kanzleramtskambäck hat zwei nachvollziehbare Gründe.
00:05:40: Die Lage der ÖVP ist noch nicht so verzweifelt, dass es ausschließlich sehnsüchtige Kambäcksurrufe vom Parteigeranden und Funktionären Richtung Kurz gibt.
00:05:50: Zum anderen signalisieren seit gut einem Jahr alle Umfragen.
00:05:54: Die Spitzenposition der FPÖ ist.
00:05:57: er hat gut ausgebaut und gefestigt, dass sie auch durch den Wählamagneten von gestern uneinnehmbar scheint.
00:06:04: Sowohl wahlaritmetisch als auch politisch werde daher die FPÖ nicht mehr zum Gehen sein – so der Befund im Kurzlager.
00:06:13: Sprich Ein FPÖ-Kanzler, und dafür dann Herbert Kickel.
00:06:17: wohl kein Weg vorbei ist bei einer Neuauflage einer Koalition mit der ÖVP unausweichlich.
00:06:24: Den Vizekanzler unter wem auch immer will Kurz aber nicht geben – er isst ohnehin längs dabei einen Plan B zu entwickeln.
00:06:32: Das b steht in diesem Fall für Brüssel.
00:06:35: Kurz vor den nächsten regulären Nationalratswahlen sind auch die nächsten EU-Wahlen fällig.
00:06:41: Ein wichtiger erster Job der nächsten heimischen Regierung ist es, den österreichischen Vertreter in der nächsten EU-Kommission zu nominieren.
00:06:50: Kurz Kenner in der ÖVP glauben zu wissen das Drehbuch an dem Kurz und Co bereits arbeiten trägt nicht mehr den Titel Projekt Ballhausplatz sondern längst Projekt Bellemont.
00:07:03: Das markant kreuzförmige und vergleichsweise unansehnliche Bürohochaus ist der Sitz der EU Kommission im Brüssel.
00:07:11: Der nächste österreichische Fickstarter in den Neo-Turkisen Planspielen für den Einzug ins Perlement, heißt Sebastian Kurz.
00:07:20: Sein nächstes Karriereziel – der EU-Kommissionspräsident als Nachfolger von Ursula von der Leyen.
00:07:26: Das kolportierte Planspiel ist ähnlich wie eins die ÖVP macht Übernahme kein bloßer feuchter Wunschtraum.
00:07:34: Teilnehmende Beobachter sagen kurz tue strategisch alles um dieses Powerplay noch fester zu verwurzeln.
00:07:41: Mit wesentlichen Exponenten der europäischen Volkspartei EVP pflegt Kurz auch als Unternehmer weiterhin regelmäßig persönlichen Umgang.
00:07:50: Wenn beispielsweise die CSU, wie jüngst Anfang Jänner zu einem Eröffnungsreferat bei ihrer rutinemäßigen Winterklausurtagung ruft ist kurz zur Stelle.
00:08:01: EVP-Fraktions- und Parteichef ist der CSU-Spitzmann Manfred Weber.
00:08:07: Kurz vertieft auch umgebrochen seine als Politiker begründeten Kontakte zu den bösen Buben der EU, wie Viktor Orban oder Robert Fico.
00:08:16: Die EVP verteidigte zwar bei der letzten EU-Wahl ihre Position als stärkste Fraktion im Europaparlament.
00:08:24: Sie wird aber nach der nächsten Wahl – ob des weiteren Aufstiegs der Rechten in immer mehr EU-Ländern noch mehr als heute auf Bündnisse mit den Fraktionen rechts der EVP angewiesen
00:08:36: sein.".
00:08:36: Woher nehmen Kurz und Co.
00:08:38: freilich die Gewissheit, dass Kickels FPÖ bei ihrem Planspiel mitmachen würde?
00:08:45: Kickel wäre mit Kurz in Brüssel dann den nach wie vor attraktivsten Gegenspieler in der Innenpolitik los – gleichzeitig könnte er dank seines Koalitionspartners kurz weit aus mehr blaue Positionen durchsetzen als unter einem für ihn unkalkulierbaren EU-Kommissionschef sagt ein ÖVP Insider!
00:09:05: Gesichertes Fakt ist jedenfalls, dass Sebastian Kurz in den letzten Monaten besonders offensiv an seinem internationalen und europäischen Profil arbeitete.
00:09:14: Im Weltkonzert positioniert er sich nicht mehr nur als Trump-Versteher sondern auch als Achsen- und Gesprächspartner vieler anderer Autokraten in der Tech- und Politikwelt.
00:09:24: Auf der Europabühne ließ Kurz zu dem kürzlich in einem großen Interview mit dem Chefredakteur der neuen Zürcher Zeitung aufhorchen.
00:09:32: Man kann nicht mehr stolz sein, aus Europa zu kommen, proklamierte er.
00:09:36: Sein Gegenrezept in der NZZ – In Europa gäbe es immer mehr Menschen die eine Mitte Rechtspolitik wollten.
00:09:45: Menschen – Zitat!
00:09:46: Die weder woke noch für massenhaft illegale Migration sind und die auch nicht glauben, dass es gut ist wenn man die europäische Autoindustrie zerstört und in den Markt eingreift und den Verbrenner verbietet und Elektro verordnet.
00:10:00: Kurzkenner haben dieses Interview nicht nur als Abrechnung mit dem bisherigen Kurs von EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen gelesen.
00:10:08: Für sie sind Ansagen wie diese ein Testballon für die nächste ÖVP-Wahlkampagne angeführt vom künftigen Retter aus der EU Not Sebastian Kurz.
00:10:18: Seit es nun tagtäglich Bomben und Raketen im mittleren Osten hagelt, meldet sich der Kammberg Willige mithilfe seines Plan B Offensiver den Jehe mit Lob für den US-Präsidenten und den israelischen Ministerpräsidenten und Tadel für die EU-Spitzen zu Wort.
00:10:35: Ich habe wenig Verständnis – wenn aus europamanende Worte kommen, die jetzt zum Dialog aufrufen, ließ er jüngst etwa in einem Presseinterview wissen.
00:10:45: Europa sollte sich, wenn es schon keinen Beitrag leistet, wenigstens mit Kritik an jenen zurückhalten die Notwendiges tun.
00:10:54: Das war's mit meiner Kolumne.
00:10:55: bis zum nächsten Mal!