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00:00:00: Das sah wie ein Anschlag aus.

00:00:03: Ob hinter der Kauser-Weißmann ein abgekartetes politisches Spiel für einen Machtwechsel im ORF steckt, analysiere ich in dieser Podcastfolge.

00:00:11: Außerdem geht es darum, wie sich diese erste massive Agwohn in ÖVP-Kreisen vorläufig gelegt hat und warum der politische Schaden aber größer als befürchtet ausfallen könnte.

00:00:24: An sich wollte SPÖ Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim vergangenen Sonntag ein wenig durchschnaufen.

00:00:31: Die Vorbereitung des SPÖ-Parteitages, an dem es letzten Samstag für Andreas Babler und damit auch für ihn selber ums politische Überleben ging, hatte seit Monaten sehr viel Zeit und Nerven gekostet.

00:00:43: Dass jeder fünfte Parteitagsdelegierte den einzigen Kandidaten auf dem Stimmzettel durchstrich – und damit ein sehr aktives Zeichen der Missbilligung setzte war am Ende verschmerzbar!

00:00:54: Der SPÖ Vizekanzler geht zwar bei der Wahl zum Parteichef mit dem zweitschlechtesten Ergebnis aller Zeiten in die Geschichte ein.

00:01:03: Zugleich verschaffte es Babler und Kroh aber eine längere Atempause, zumindest bis zur ersten Landtagswahlrunde im Herbst kommenden Jahres.

00:01:12: Zum Durchschnaufen kam seltenheim nicht.

00:01:15: Der Anruf auf seinem Handy kam zwar total unerwartet und überraschend – aus Sicht von Babler Good News, zum Ausklang eines aufregenden Wochenendes.

00:01:27: Ein anderer Favorit für eine Wiederwahl dem besten Chancen auf eine große Mehrheit eingeräumt worden waren hat es so eben das Handdurchgeworfen.

00:01:36: Roland Weißmann, Generaldirektor des ORF ließ vergangenen Sonntag kurz vor Mittag das Vorsitzenden-Dur des Stiftungsrates Heinz Lederer und Gregor Schütze wissen.

00:01:46: Er trete vorzeitig von seinem Ende des Jahres auslaufendem Vertrag als Alleingeschäftsführer von Österreichs größtem Medienunternehmen zurück.

00:01:56: Im Regierungsviertel hatte bis dahin als so gut wie sicher gegolten, der bisherige ORF-Chef ist auch der Top Favorit als kommender ORF General.

00:02:06: Die rote Vorwarnung an Seltenheim das weiß man nun über Nacht aus dem Rennen war also mehr als ein Grund zur Störung des Sonntagfriedens.

00:02:15: Etwa zeitgleich wurde auch das ÖVP Pendant von SPÖ Mediensprecher Klaus Seltenhaim informiert.

00:02:22: ÖV aus P. Generalsekretär und zugleich Mediensprecher.

00:02:25: Nico Marchetti war über den, aus ÖVP Sicht, Super Gau am Königlberg offenbar derart paralysiert, dass am Tag danach die Breaking News seinen Parteichef Christian Stocker am kalten Fuß erwischten.

00:02:40: Der Kanzler schaltete in Sachen ORF aber umgehend auf Buddha-Dauer-Modus.

00:02:45: Parteimanager Marquetti musste am Tag, nachdem er die Hierbsbotschaft erhalten hatte mit einem dörren Statement ausrücken.

00:02:52: Wir nehmen die Entscheidung von Roland Weißmann zur Kenntnis.

00:02:56: Volle Aufklärung und Transparenz sind jetzt das Gebot der Stunde.

00:03:00: Weitere Schritte zu definieren ist nun die Aufgabe des Stiftungsrats.

00:03:06: Andreas Babler war da schon einen Schritt weiter.

00:03:09: Dem ORF Tete es gut, wenn Weißmann nun eine Generaldirektorin nachfolgen würde.

00:03:16: So babler!

00:03:17: In ÖVP-Kreisen ließ der rote Vorstoß nicht einmal vierundzwanzig Stunden nach der Demission von Weißman erste Alarmglockenschrillen.

00:03:26: nutzter SPÖ-Chef Jetzt die Gunst der Stunde, um über die Frauenschiene den Anspruch auf den Posten des nächsten ORF-Chefs zu stellen.

00:03:35: In und außerhalb des ÖVP-Regierungsviertels bekam der bereits grassierende Argwohn zusätzliche Nahrung.

00:03:43: Täuscht der erste Blick dass die Vorwürfe gegen Weißmann und dessen abrupter Abgang Ausfluss einer Privatangelegenheit mit massiven innerbetrieblichen Implikationen sind?

00:03:54: kommt hier der Stadtessen ein abgekartetes Machtspiel mit sorgsam verteilten Rollen vor und hinter den Kulissen zur Aufführung, sprich wurde da gerade der alte und designierte neue ORF-Chef politisch brutal vom Spielfeld geschossen.

00:04:09: Der innerste Kreis um den Kanzler und Parteichef geht freilich bis auf weiteres davon aus.

00:04:15: Hinter dem Fall Weißmann stecke keine sinistische Strategie von Babler und Co.

00:04:20: der ÖVP den Anspruch auf die Führung im ORF streitig zu

00:04:25: machen.".

00:04:26: Auch wenn es offiziell eisern dementiert wird, weil es rechtswidrig wäre, diesem Koalitionsvertrag oder einem Seitletter schriftlich zu vereinbaren gibt es auf Ebene der Freundeskreisleiter der Regierungsparteien im ORf-Stiftungsrat Die Verbindliche Vereinbarung.

00:04:42: Das Nominierungsrecht für den nächsten ORF-Chef liegt bei der ÖVP, das für den Vorsitzenden des Stiftungsrats bei der SPÖ.

00:04:51: Dabei soll es auch bleiben so der überwiegende Befund im Regierungsviertel nachdem sich der erste Staub der Skandaldetonation am Königlberg gelegt hat Weil so gut wie keiner davor etwas gehört oder gewusst hat, sah es anfangs nach einem Anschlag aus, sagt ein ÖVP-Insider.

00:05:09: Aber nach allem was wir bisher darüber wissen spielt hier vor allem Rache auf persönlicher Ebene eine Hauptrolle.

00:05:16: Nachsatz – ich hoffe für die Koalition dass es dabei auch bleibt!

00:05:20: Die kommenden Tage und Wochen, so ein Kenner der Welt des ORF und der Politik werden für alle Beteiligten ohnehin schwierig genug

00:05:28: sein.".

00:05:29: Der Schaden für den ORF und die Politik, den die Causa abseits eines möglichen massiven Koalitionskrachts zu hinterlassen droht, zeichnet sich bereits jetzt mehrfach ab.

00:05:40: Im Windschatten des Falls Weißmanns könnten nun auch andere offene Rechnungen ihm-und um den ORf herum beglichen werden.

00:05:49: Wegen der nachweislichen Verwicklung in einschlägige Vorfälle wird die Legitimität von zumindest zwei der fünfunddreißig Stiftungsräte infrage gestellt, in Sachen Sexismus vorwürfen zu befinden.

00:06:02: Es wird zudem schon Material über mögliche Unvereinbarkeiten zwischen privaten Geschäftsfeldern und der Tätigkeit als Stiftungsräte zusammengetragen", sagt ein ORF- und Politinsider und fährt fort.

00:06:14: Auch diverse Sonderverträge und Privilegien, abseits der unmittelbar vom Fall Weissmann betroffenen könnten nun auf den Tisch kommen.

00:06:23: Sprich eine Never-ending ORF-Skandaldebatte die Wasser auf die Mühlen der FPÖ ist, die den öffentlich rechtlichen Rundfunk schon lange Sturmreif schießen will so das besorgte Resümee eines teilnehmenden Beobachters, zumal der ORF in seiner Doppelrolle als Milliardenunternehmen im Mediengeschäft und seinem öffentlich-rechtlichen Sonderstatus mit Gebührenhoheit mehr denn je schwere Schlagseite in Richtung Spielball der Politik bekommt.

00:06:54: Selbst in staatseigenen Unternehmen wäre es unvorstellbar, dass Aufsichtsratsmitglieder permanent Interviews geben oder bereits vor Aufsichtssitzungen Pressekonferenzen abhalten als wären sie die Firmenchefs.

00:07:08: Resumiert ein Medienunternehmer.

00:07:11: Der ORF ist zwar eine öffentlich-rechtliche Stiftung der Stiftungsrat kommt in seinen Rechten und Pflichten aber zu beinahe hundert Prozent dem Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft gleich.

00:07:22: In den letzten Tagen gebe der Stiftungsrat aber das Bild eines Miniparlaments ab, in dem es um vieles – aber nicht primär – um das wirtschaftliche Wohl des Unternehmens geht.

00:07:34: So der Medienunternehmer!

00:07:36: Ein Bild an dem die kommenden Wochen zwischen Aufarbeitung der Weißmann-Skandalfolgen und Kühe eines neuen ORF-Chefs wohl wenig ändern werden.

00:07:46: Halten sich türkis und rot weiterhin an ihren Pakt ORF-Führungspersonal droht zwar kein existenzieller Koalitionskrach.

00:07:57: Die Kauser Weißmann und die noch unabsehbaren Folgen rund um das schlingende Medienschlachtschiff ORF bleiben frisches Gift für das Vertrauen in die staatlichen und staatsnahen Institutionen.

00:08:09: Sie bieten Nolens Wohlens zusätzlichen Stoff für den blauen Feldzug des Berufspolitikers Herbert Kickel gegen die Systemlinge.

00:08:17: Nach dem Fall Wöginger, das Urteil wird voraussichtlich Mitte April kommen, wechselt in den Augen von immer mehr parteipolitikverdrossenen Wählern der Horrorblot-Parteien und Postenschacher in den kommenden Monaten lediglich den Schauplatz.

00:08:33: Das war's mit meiner Kolumne – bis zum nächsten Mal!

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von und mit trend.Redaktion

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